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Das eigene Maultier züchten
Egal, welches der spätere Verwendungszweck für das
Maultier sein soll - folgenden Punkten muss grundsätzlich Beachtung
geschenkt werden:
Die Mutterstute
Charakter:
Die zukünftige Mutter sollte ein angenehmes Wesen besitzen
und umgänglich im Alltag sein. Sie sollte menschenfreundlich
sein und sich z.B. problemlos auf der Weide einfangen lassen. Ein
junges Maultier lernt wie auch das Pferdefohlen alles durch Beobachten
und Nachahmen - eine Unart beim Maultier ist jedoch schwieriger
zu korrigieren als beim Pferd.
Hufe:
Das Maultier erbt zum grössten Teil vom Esel die Hufform, die
sich durch ihre Enge auszeichnet. Die Stute sollte aus diesem Grund
die Neigung zu weiten und grossen Hufen haben.
Beine und Schulter:
Die Beine der Pferdestute sollten kräftig und trocken sein
sowie eine korrekte Stellung aufweisen. Die Schulter sollte nicht
steil sein.
Hinterhand und Rücken:
Die Hinterhand soll gut entwickelt und bemuskelt sein. Die Stute
sollte einen starken kurzen Rücken, der gut mit den Lenden
verbunden ist und eine eine gerade, muskulöse Kruppe haben.
Widerrist:
Die Stute sollte einen gut entwickelten Widerrist aufweisen.
Hals:
Der Hals sollte korrekt angesetzt und weder zu kurz noch ein Hirsch-
oder Schwanenhals sein.
Kopf:
Bevorzugt wird ein gerader Kopf mit eher grossen Nüstern und
weit auseinander liegenden Augen.
Der Eselhengst
Charakter:
Ein guter Esel zeichnet sich durch Aufmerksamkeit und Kooperation
aus. Er sollte nicht träge oder gar faul sein.
Hals:
Der Hals sollte lang, stark, gut angesetzt und weder ein Hirsch-
noch ein Schwanenhals sein.
Kopf:
Esel können einen eleganten Kopf haben. Gewünscht wird
ein grosses, offenes Auge mit einem freundlichen und lebendigen
Ausdruck.
Schulter:
Beim Esel ist die Schulter meistens steil, deshalb gilt: Je gewinkelter,
desto besser.
Widerrist:
Auch hier gilt: Je ausgeprägter der Widerrist, desto besser.
Gänge:
Der Esel sollte über lange, schwingende Gangarten ohne "Esel-Stakkato"
verfügen.
Hinterhand:
Die Hinterhand sollte gut proportioniert und möglichst bemuskelt
sein.
Beine:
Diese sollten eine korrekte Stellung aufweisen sowie stark und gerade
sein.
Wenn Sie eine eigene Stute besitzen, die sich für die Maultierzucht
eignet nach den obigen Angaben, dann müsen Sie sich nun auf
die Suche nach dem richtigen Eselhengst machen.
Sie besitzen eine Stute, die geeignet wäre und ein Bekannter
hätte gerne mir ihr ein Maultier gezüchtet. Sie haben
grundsätzlich nichts dagegen und stellen Ihre Stute gerne zur
Verfügung. Um sich die Freundschaft zu erhalten, empfehlen
wir Ihnen sehr, sich mit Ihrem Bekannten zusammenzusetzen und einen
Vertrag, der folgende Punkte beinhaltet, abzuschliessen:
1. Zusicherung der Fohlenabnahme im Alter von XY Monaten
2. Wer trägt die entstehenden Tierarztkosten (Tupferprobe etc.)?
3. Wer übernimmt die Decktaxe?
4. Was geschieht, wenn die Stute verwirft?
5. Was ist, wenn die Stute die Geburt nicht überlebt?
Die Stute sollte erst zum Hengst geführt werden, wenn Sie sich
in all diesen Punkten einig sind.
Sie träumen von einem ganz speziellen Maultier - z.B. einem
für den schweren Zug - und kennen niemanden, der eine passende
Stute besitzt, die er Ihnen zur Zucht zur Verfügung stellt.
Dann kann ich Ihnen nur raten, sich an den entsprechenden Rasseverband
zu wenden. Seien Sie gut vorbereitet, indem Sie sich bereits im
Klaren darüber sind, wie Sie den Zuchtvertrag abzuschliessen
gedenken. Und haben Sie Ausdauer - denn noch immer gibt es Zuchtverbände,
die die Maultierzucht mit ihren reinrassigen Zuchtstuten nicht erlauben!
Künstliche Besamung
Die wichtigsten Punkte in Empfehlungen zusammengefasst:
Vergewissern Sie sich,
dass der Eselhengst bereits ein Phantom springt. Denn soll Frischsperma
zur Verwendung gelangen, muss der Hengst auf Kommando das Phantom
springen, sobald Sie dem Hengsthalter die Rossigkeit Ihrer Stute
melden. Das Sperma darf maximal 72 Stunden alt sein bis es zur Stute
gelangt, soll die Besamung Aussicht auf Erfolg haben.
dass Frischsperma bereits erfolgreich eingesetzt wurde. Ist
das Sperma einmal gewonnen, gilt es, eine geeignete Nährlösung
zu finden. Diese soll das Sperma gesund und lebendig erhalten und
muss für jedes Tier speziell zusammengestellt werden.
dass Gefrierspermakonserven in ausreichender Qualität bestehen
und bereits erfolgreich eingesetzt wurden. Durch Einfrieren leidet
das Sperma noch einmal. Ist die Nährlösung nicht optimal
oder erleidet die kostbare Fracht Temperaturschwankungen auf dem
Transport, war die ganze Mühe womöglich umsonst.
dass Ihr Tierarzt mit der KB von Pferdestuten vertraut ist und
dass die Spermakonserven mit einer entsprechenden Gebrauchsanweisung
was das Auftauen betrifft geliefert werden. Je nach den vom Hengsthalter
verwendeten Pailletten kann es erhebliche Unterschiede in der Handhabung
geben.
Bevor Sie in den Handel einsteigen, handeln Sie aus, unter welchen
Umständen Sie was bezahlen. Hier gibt es nun zwei Möglichkeiten:
Sie verlangen eine "Lebend Fohlen Garantie", d.h. Sie
erhalten so lange Sperma zum ausgehandelten Preis, bis ein Fohlen
bei Ihnen im Stall steht oder wenn Sie den Versuch vorher abbrechen,
übernehmen Sie lediglich die Transport- und die Tierarztkosten,
die die KB mit sich brachte.
Oder Möglichichkeit Nr. 2: Sie bezahlen das Sperma nur, wenn
mit Ultraschall die Trächtigkeit der Stute bewiesen ist. Sie
verlangen somit eine "Trächtigkeits-Garantie". Die
zweite Lösung scheint mir die ehrlichere, denn es kann noch
viel geschehen, bis das Fohlen zur Welt kommt, womit das Sperma
nichts zu tun hat.
Für all diejenigen, die die KB aus der Rinderzucht kennen,
hier noch eine Anmerkung:
KB mit Pferden ist noch nicht so weit vereinfacht, wie man es in
der Viehzucht kennt. Für die Kuh reicht meistens eine Portion,
die im richtigen Augenblick eingespritzt wird, ohne grossen tierärztlichen
Aufwand. Da die Kuh in der Regel nur eineinhalb Tage stierig ist,
ist es auch sehr viel einfacher, den richtigen Zeitpunkt für
die Besamung festzulegen. Und dank der Lebensdauer des Spermas sind
somit bei der Kuh auch höhere Trächtigkeitsquoten die
Regel. Beim Pferd hingegen kann die Rosse drei bis zwölf Tage
dauern. Durch das Abtasten der Eierstöcke ist beim Pferd im
Gegensatz zur Kuh nicht feststellbar, ob der Eisprung bereits erfolgt
ist. Dieser kann nur mit einer Ultraschalluntersuchung festgestellt
werden. Für den Tierarzt ist es eine grosse Hilfe, wenn der
Stutenbesitzer sein Tier sehr genau kennt und mit dem Zyklus seiner
Stute bestens vertraut ist. Dennoch sind je nach Spermaqualität
beim Pferd bis fünf Portionen nötig. Darum nimmt der Tierarzt
die Stute während der Rosse meist zu sich auf die KB Station.
Hier wird sie regelmässig untersucht, um den genauen Zeitpunkt
des Eisprungs abzupassen und dann wird besamt. Nur auf diese Weise
erreicht man eine annehmbare Trächtigkeitsquote.
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