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  Kauf eines Maultieres
Warum wollten Sie ein Maultier? Bitte bedenken Sie, dass ein Maultier so erzogen sein muss, wie ein Pferd erzogen sein sollte. Somit ist das Maultier, was seine Erziehung anbelangt, anspruchsvoller als ein Pferd. Es ist das Ziel dieses Buches, Ihnen das absolute Minimum, das jedes Maultier beherrschen sollte, aufzuzeichnen und auch einen Weg dorthin zu beschreiben.
Alle Tiere, die sich der Mensch zum Nutztier gemacht hat, sollen dem Menschen Nutzen bringen. Früher haben sie Arbeiten verrichtet, die die Tiere besser bewältigen konnten als der Mensch alleine. Es war aber immer Zusammenarbeit gefragt. Da diese Zusammenarbeit eine Notwendigkeit war für den Menschen, war die Ausbildung der Tiere auch selbstverständlicher. Heute ist diese Zusammenarbeit des Tieres in den meisten Fällen keine Notwendigkeit mehr. Es ist Erholung und Spass, damit es aber Erholung und Spass wird, muss jemand zuerst Zeit und Arbeit investieren.
Nicht jeder hat die Möglichkeit, sein eigenes Maultier zu züchten und aufzuziehen und schliesslich auszubilden. Viele glauben, es sei viel einfacher, eines zu kaufen, wie man sich auch ein anderes Sportgerät kauft. Gebrauchsfertig muss es sein! Vorsicht, auch hier können Sie in eine Falle tappen, die Sie sich selber gestellt haben, lesen Sie warum unter "Eine wahre Geschichte".
Ihr Gefühl sagt Ihnen, ein Maultier könnte das Richtige für Sie sein. Ein solches Gefühl ist immer schon ein sehr guter Anfang. Testen Sie es, indem Sie ein paar Tage auf einem Hof mit Maultieren verbringen, mit ihnen üben und arbeiten.
Mittlerweile sind Sie sich ganz sicher, dass ein Maultier das Richtige ist für Sie. Auch wissen Sie genau, wozu das Maultier verwendet werden soll; denn soll es hauptsächlich einem sportlichen Reiter Freude machen, wird es anders gebaut sein, als wenn es zum Fahren oder im Wald zum Holzschleifen eingesetzt werden soll. Die nächste Überlegung gilt dem Geschlecht des Tieres. Das ist eigentlich mehr eine Frage des persönlichen Geschmacks, da mit dem Maultier nicht gezüchtet werden kann. Oft sind Stuten selbstbewusster und unabhängiger, Wallache einfacher im Gemüt und anhänglicher.
Als Nächstes stellt sich die Frage des Alters. Wenn Sie Ihr Maultier nicht sofort einsetzen wollen, kaufen Sie ein Fohlen. Dies hat den grossen Vorteil, dass Sie es so erziehen können, wie Sie es sich wünschen. Der Kauf eines Fohlens hat nur einen grossen Nachteil: Am Tag des Kaufes ist es nicht möglich, genau zu wissen, wie das erwachsene Tier gebaut sein wird. Auch ein etwas älteres Maultier von zwei bis drei Jahren kann immer noch ein guter Kauf sein. Allerdings ist zu beachten, dass die Erziehung eines Maultieres schwieriger wird, je älter es ist, da die Tiere nicht nur grösser, sondern auch stärker und erfahrener sind. Ein älteres Maultier, ab drei Jahren, das noch nie etwas mit den Menschen zu tun hatte und nur schlechte Manieren kennt, wird nur gekauft, wenn Sie über sehr viel Erfahrung und viel Zeit verfügen. Ein älteres Maultier, ab 4 Jahren, schlägt und beisst nicht, wenn Sie es an allen Körperteilen berühren, gibt Ihnen die Hufe anstandslos und muss imstande sein, still zu stehen. Probieren Sie die Führübungen aus, wie beschrieben im Kapitel "Führen" und erkennen daran in wenigen Minuten, ob es sich tatsächlich gewohnt ist, sich dem Menschen unterzuordnen.

Eine wahre Geschichte:
Als Sie das Maultier kauften, haben Sie sich alles was es kann vormachen lassen. Sie haben sogar selber Hand angelegt. Es hat die Hufe problemlos gegeben. Es liess sich perfekt vom Stall wegführen, vortraben. Sie sind auch ein paar Runden geritten, alles ging ganz wunderbar. Sie haben das Tier verladen und sind stolz heim gefahren. Nach kurzer Zeit funktioniert nichts mehr. Angefangen hat es damit, dass es die Hufe nicht mehr sauber geben wollte. Seitdem es die Umgebung besser kennt, bestimmt das Tier, wo es lang gehen soll. Reiten ist für Sie zum Kampfsport geworden. Sie wechseln die Zäumung, die Reitweise, Sie sind lieb, Sie sind wütend, Sie sind verzweifelt und nichts hilft. Schliesslich geben Sie das Tier sogar für teures Geld in eine Ausbildung. Auch dies hilft nicht und wenn Sie an Ihr Tier denken, das Ihnen, als Sie es zum ersten Mal sahen, das Herz hat höher schlagen lassen, fällt Ihnen nur mehr "Scheiss-Esel" dazu ein.
Wie ist so etwas möglich? Maultiere, wären sie sich selber überlassen, würden ihr Leben nach dem absoluten Lustprinzip gestalten. Die Erziehung eines Tieres ist ein Angewöhnen von gewollten Verhaltensreflexen. Dieses Verhalten verbindet das Maultier mit der gewohnten Umgebung und der vertrauten Person. Wird es also in eine andere Umgebung gebracht und einer anderen Person anvertraut, ist es unbedingt notwendig, dass es auch hier klare Richtlinien für sein Verhalten findet. Das Tier verlangt nach klaren Führungsstrukturen nach einem Besitzerwechsel. Je jünger und hochblütiger das Tier, umso mehr kommt dieser Grundsatz zum Tragen.
Da nicht sehr viele Maultiere gleichzeitig auf den Markt kommen, ist die Gefahr gross, dass Sie das erste, das annähernd Ihren Wünschen entspricht, kaufen. Tun Sie es nicht! Überlegen Sie es sich gut, ob es sich nicht lohnt, noch ein halbes Jahr weiter zu suchen, um eines zu finden, das alle Ihre Anforderungen erfüllt. Ein Maultier wird gut und gerne 40 Jahre alt und im Vergleich zu der Zeit, die Sie mit Ihrem Tier gemeinsam verbringen werden, lohnt sich die längere Suche.
Sie haben also mit dem Verkäufer eine Zeit vereinbart und das Maultier soll Ihnen vorgeführt werden. Erscheinen Sie mindestens eine halbe Stunde zu früh auf dem Platz; denn kommen Sie zur Zeit, ist das Tier bestimmt schon vorbereitet worden und steht womöglich gesattelt oder eingespannt für Sie bereit. Sie werden in diesem Falle erst zu Hause herausfinden, dass Ihr Tier kaum einzufangen ist, dass es sich kaum zäumen lässt oder wie lange es dauerte, bis es vor dem Wagen stand. Wenn sich das Maultier schlecht oder gar nicht einfangen lässt, wenn es sich unmöglich benimmt, dann denken Sie nochmals gut über den Kauf nach! In jedem Fall glauben Sie nur, was Sie selber gesehen haben. Je schwieriger das Tier, umso blumiger die Sprache des Verkäufers! Lassen Sie sich alles zeigen!

Als Nächstes sollten Sie die Füsse, die Zähne, die Augen, das Fell, die Mähne und den Schweif sowie seine Bewegungen genau prüfen. Wenn Sie selber nicht allzu viel davon verstehen, nehmen Sie einen Freund mit, der sich auskennt. Das Gesundheitsattest des Veterinärs bewahrt Sie zwar vor einem kranken Tier, sagt aber nichts über mögliche andere Mängel in der Ausbildung aus. Probieren Sie alles selbst aus, was für Sie wichtig ist! Versuchen Sie, das Tier auf der Weide zu fangen, führen Sie es im Schritt und im Trab auf weichem und hartem Boden an der Hand! Binden Sie es an und lassen Sie es stehen! Gehen Sie um das Tier herum; es sollte dabei ruhig stehen bleiben. Satteln Sie es selbst, spannen Sie es selbst ein und reiten oder fahren Sie im Verkehr und auf Feldwegen! Tun Sie alles mit ihm, was es auch später für Sie tun soll! Bei einem jüngeren Tier mit einem minimalen Ausbildungsstand ist es ein gutes Zeichen, wenn es auf Sie zukommt, wenn es sich für Leute, die zu Besuch kommen, interessiert und sich von ihnen auch berühren lässt, wenn es an der Hand oder angebunden still steht. Bei älteren Tieren sind oft weisse Fellflecken in der Nähe des Widerrists zu sehen. Dies ist optisch nicht sehr schön, doch ist es ein Beweis, dass es gearbeitet hat, da diese Druckstellen entweder vom Packsattel oder vom Geschirr stammen.

Und nun noch zwei Dinge, die Sie auf keinen Fall tun sollten:
1. Kaufen Sie nie aus Mitleid!
2. Wenn Ihnen der Verkäufer nicht beweisen kann, dass sich das Maultier führen, reiten oder fahren lässt, denken Sie genau darüber nach, ob Sie das Tier wollen oder nicht.

Zum Beispiel: Sie wollen ein Maultier zum Fahren, haben es aber nie im Zug gesehen. In diesem Fall müssen Sie sich genau überlegen, ob sie imstande sein werden, dem Maultier das Fahren beizubringen oder ob Sie willens und imstande sind, jemanden zu bezahlen, der es für Sie einfahren wird. Wenn Sie beschliessen, dass Sie das Tier dennoch kaufen wollen, dann bestehen Sie darauf, dass Sie es für weniger Geld erhalten als der Verkäufer von Ihnen verlangt. Geben Sie dem Verkäufer den Eindruck, dass Sie das Maultier gar nicht wirklich wollen. Bleiben Sie hart und kaufen Sie nur, wenn Sie wirklich überzeugt sind! Denken Sie daran: Sie und Ihr Maultier werden gut und gerne die nächsten 40 Jahre miteinander verbringen und diese 40 Jahre können entweder erfreuliche oder aber schwierige Jahre werden. Und wenn Sie das Maultier schliesslich verkaufen müssen, weil es Ihnen zu schwierig wurde, finden Sie sich selber plötzlich in den Schuhen des Verkäufers... bis dahin haben wir vielleicht noch mehr Leser und Leserinnen erreicht und diese werden Sie genau so auf die Probe stellen, wie wir es Ihnen hier empfehlen...

In der Schweiz gilt nach den Kauf in der Regel ein Rückgaberecht von neun Tagen. In diesen neun Tagen sollten Sie den Ankaufuntersuch durch Ihren Veterinär machen lassen. Sollte dieser einen Gewährsmangel entdecken, können Sie das Maultier ohne Verlust wieder zurückgeben. Allerdings werden Sie in diesen neun Tagen nicht herausfinden, ob das Maultier und Sie wirklich zusammen passen. Allfällige Schwierigkeiten werden erst später auftreten, denn das Tier wird anfangs in seiner neuen Umgebung recht vorsichtig sein und ganz allmählich ausprobieren, wie weit es gehen kann. Daher empfiehlt es sich, dass Sie eine längere Probezeit aushandeln. In der Schweiz ist es möglich, dass Sie das Maultier für einen bis drei Monate ans Futter nehmen. D. h. während dieser Zeit sind Sie für das Wohlbefinden des Tieres, seine Fütterung, alle veterinärmedizinschen Kosten die anfallen könnten sowie allfällige Nachbehandlungen verantwortlich. Manche Besitzer verlangen auch den Abschluss einer Versicherung, die im Todesfall des Tieres 80 % des Wertes ausbezahlt. Die Transportkosten zu Ihnen und möglicherweise wieder zurück gehen immer zu Ihren Lasten. Kommt eine verlängerte Probezeit nicht in Frage, dann probieren Sie bereits eine Beziehung zum Tier in seiner vertrauten Umgebung aufzubauen, indem Sie so oft wie möglich hinfahren und mit ihm arbeiten. So hat das Tier den Vorteil, dass wenn es schliesslich zu Ihnen übersiedelt, es nur mit einer unbekannten Umgebung konfrontiert wird und nicht auch noch mit einer ihm unbekannten Person.

Ja, all dies klingt nach grässlich viel Aufwand und Umstand! Es muss nicht so sein. Sie können auch ein Maultier kaufen wie Sie ein Auto kaufen, probefahren und nach Hause nehmen. Ich wende mich an die, die sich nicht ganz sicher sind, ob Sie nun tatsächlich ein Maultier haben wollen. Ich will aufzeigen, was alles auf Sie zukommen kann, was nicht bedeutet, dass es so kommen muss. Und wenn Sie mit dem schlimmst möglichen Szenario,das Sie sich vorstellen können, immer noch glauben, glücklich werden zu können, dann sind Sie auf dem richtigen Weg.

Faustregel für Verkaufspreise der Maultiere
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Damit Sie aber schon einmal einen Anhaltspunkt haben, was ein Maultier in der Regel Wert ist, hier folgende Faustregel:

ein Absetzer (6-7 Monate altes Fohlen) CHF 1500.- bis 2000.-
Bis vierjährig erhöht sich der Verkaufspreis um CHF 1000.- pro Jahr

Rechenbeispiel:
vierjähriger Wallach, als Zweispänner eingefahren und eingeritten CHF 5000.- bis 6000.-. Mit zunehmendem Alter, aber auch zunehmendem Ausbildungsstand kann ein Maultier aus einer Freibergerstute bis 10 jährig einen Verkaufspreis von bis zu CHF 10'000.- erreichen Ab zehn Jahren ist die Abstammung und der Ausbildungsstand massgebend für den Verkaufspreis. Ab fünfzehn Jahren kann er wieder etwas fallen, allerdings nie mehr unter CHF 6000.-.

Verkaufstiere des MAULTIERFORUMS:
DAS MAULTIERFORUM verfügt ständig über eine Anzahl Verkaufstiere. Zur Zeit ist das Jüngste 2,5 Jahre alt, das Älteste 20 jährig, das Kleinste 142 cm und das Grösste 161 cm.

Die Tiere vom MAULTIERFORUM erhalten bis 3,5 jährig eine gründliche Führausbildung. Zur Führausbildung gehört auch das Tragen eines Pack- und Reitsattels sowie das Fahrgeschirr. Unter Führausbildung verstehen wir nicht nur das manierliche vorwärts, seitwärts und rückwärts gehen an der Hand auf den Reitplatz. Sondern auch das absolut sichere gehen an der Hand im Strassenverkehr und im offenen Gelände.

Nach erfolgreichem Abschluss der Führausbildung, aber erst im Alter von 3,5 Jahren, werden alle Tiere zweispännig eingefahren. So können sich die Tiere die notwendige Muskulatur, die sie später zum Tragen des Reitergewichtes oder des Gepäcks brauchen, aufbauen.

Belastet mit dem Reitergewicht oder Gepäck wird ein Maultier beim MAULTIERFOURM frühestens im Alter von 4 Jahren und nie, bevor die Führausbildung und das Einfahren abgeschlossen sind.

Verkaufsbedingungen des MAULTIERFORUMS:
Beim MAULTIERFORUM vorfahren, ein Tier aussuchen und gleich mitnehmen ist leider nicht möglich.

Folgendes müssen wir wissen:
Ihr Verwendungszweck für das Tier, z. B. Zugtier, Reittier, Packtier und Ihre Erfahrung mit Pferden/Eseln und Mulis.

Anhand von diesen Informationen können wir Ihnen bereits sagen, ob wir zur Zeit über ein geeignetes Tier für Sie verfügen. Wenn nicht, nehmen wir Sie gerne in unsere Kartei und informieren, Sie sobald wir fündig geworden sind.

Wenn wir ein geeignetes Tier haben, laden wir Sie herzlich zu einem ersten Augenschein ein.

Sie arbeiten mit dem Tier unter Anleitung von uns, denn wir haben ihm Befehle beigebracht, wir haben es programmiert, wenn Sie so wollen. Nach diesem Programm "funktioniert" das Tier und wenn Sie es richtig "bedienen" können, "funktioniert" es auch für Sie. Nach diesem ersten Augenschein fahren Sie erst einmal wieder heim oder ins Hotel in der Nähe und überschlafen die ganze Sache. Wenn Sie dann noch immer davon überzeugt sind, dass Sie die nächsten 30 Jahre mit diesem Tier teilen wollen, dann erst sprechen wir überhaupt über den Verkaufspreis!

Melden Sie Ihr Interesse hier per e-Mail an.
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